Ich krümele, also bin ich.

Kekse kann man kaufen. Muss man aber nicht. Auch nicht, wenn man gar nicht backen kann, wenig bis gar keine Zeit hat, den Vergleich mit Tante Agathes oberschlesischen Traditionsbackwaren scheut oder das Fabrizieren von Feingebäck prinzipiell für schwul hält.

Den letzten Vorbehalt kann man problemlos mit dem Einsatz von schwerem Küchengerät aushebeln. Schließlich wurde das Rezept von mir auf absolute Maschinentauglichkeit hin optimiert. Den Wettbewerb mit der familieninternen Oberspezialistin für Süßkram aller Art braucht niemand zu fürchten, denn Spritzgebäck a la Frank ist ebenfalls ein bewährter Familienklassiker. Und natürlich das aller Wichtigste: Das Rezept funktioniert (PUNKT)

Vorausgesetzt, man gehört nicht zu den Zeitgenossen, die Rezepte grundsätzlich ignorieren oder eine läppische Seite Text nicht zu Ende lesen. Letzteres ist aber von eher theoretischer Bedeutung, da bislang kaum Vorstände zu meinem Leserkreis gehören und für selbige auch noch die Keks-Comik-Foto-Roman-Variante beiliegt ;-)

Bevor „Spritzgebäck a la Frank” also bei Wikileak versumpft, hier nun das Last-Minute-Rezept:

PDF 6,3 MB (ging nicht kleiner)

ZUTATEN:

Für Lesefaule

250 g Butter

300 g Butterschmalz (= Butaris)

450 g brauner Rohrzucker
ACHTUNG: Siehe Zubereitung

1.000 g Mehl, Typ 405 (bitte kein Instant Mehl kaufen)

4 Stk. Eigelb

5 Esslöffel 54 % Rum (= 35 g) + 1 Röhrchen Rum-Aroma

4 Briefchen Dr. Oetker Finesse Orangenschalen

3 Briefchen Dr. Oetker Finesse Bourbon-Vanille

600 g Kuvertüre, z. B. 70 % Chocolat ménage de luxe von Weinrich

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ZUBEREITUNG:

Butter + Butterschmalz (Zimmertemperatur) und Zucker schaumig schlagen und nach und nach die vier Eigelb, die Mischung aus Rum + Rum-Aroma + Vanille sowie das Orangenschalen-Granulat nebst einem halben Teelöffel Salz dazugeben. Fein und artig weitere 3 Minuten aufschlagen.

ACHTUNG: Rohrzucker ist in der Regel zu grob für feines Gebäck. Deshalb kommt der bei mir noch mal kurz in den Mixer. Bitte KEIN Puderzucker daraus machen. Für Mixfaule: Ganz normaler weißen Haushaltszucker – die grobere Variante – tut´s auch, schmeckt aber nicht ganz so gut.

Das Mehl zügig unterheben. Teig ist fertig, wenn er sich gut von der Schüssel löst. Nicht zu lange kneten! Sonst gibt´s anstatt zart-knusprigen Kekse eine fimoreske Spachtelmasse.

Teigrolle in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 8 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen (24 Stunden schaden auch nicht).

KitchenAid mit Fleischwolf aufstellen und Teig auf Stufe 1 – 3 durch den Spritzgebäck-Vorsatz drehen. Teig muss wirklich kalt und hart sein! Die klassische Variante von KitchenAid & Co. sieht übrigens so aus, funktioniert ebenfalls tadellos und kann zudem auch noch zum Knacken von Kokosnüssen eingesetzt werden:

Bei 180º Celsius (Ober- und Unterhitze) zirka 12 Minuten backen (2 Bleche ca. 16 Minuten).

Nach Lust und Laune in Schokoladen-Kuvertüre tunken. Nicht frustriert sein, wenn die Schoki nach einem halben Tag immer noch am Backpapier kleben bleibt. Nach 24 Stunden isse fest, versprochen.

Viel Spaß und knusprige Weihnachten

Andreas Frank

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Nachtrag für all die, die den sonst üblichen Xmas-Blödsinn vermissen:

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Für Musikliebhaber: The Cup Size Choir

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Für Digital Natives: Christmas 2.0

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Für Heimkehrer: Welcome Back

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    • Ute
    • 3. Januar 2011

    Dein Spritzgebäck-Rezept ist super – sowas von mürbe/krümelig! Bin eigentlich kein Fan von diesen oft ziemlich harten und trockenen Dingern, aber dieses Rezept musste ich einfach ausprobieren. Als runde Kekse schmecken sie auch prima. Habe einfach die gut gekühlten Teigrollen in Scheibchen geschnitten und dann gebacken, einfach weil Mutterns Fleischwolf jemand anders geerbt hat.

    Alles Gute im neuen Jahr.

  1. @ Ute: Freut mich SEHR!
    Ich glaub du bist die einzige, die´s ausprobiert hat. Was wohl auch daran lag, dass ich mit dem Rezept ein klein wenig spät dran war ;-)

    Konntest du eigentlich das Keks-Comic-PDF öffnen?

    Grüße

    Andreas

    PS: Hier noch ein weiterer kleiner Klassiker —> http://goo.gl/6sFrZ

      • Ute
      • 15. Januar 2011

      Hallo Andreas,

      PDF öffnen war kein Problem. Übrigens werde ich das Spritzgebäck-Rezept demnächst nochmal backen, wieder als Kekse, dann stellt keiner dumme Fragen wie: “sind die noch von Weihnachten?”. Einen Fleischwolf gibt es immer noch nicht in meiner Küche, deswegen kommen die edlen Königsberger Klopse auf die “To-Do/Cook-Liste”.

  1. 2. Januar 2011
  2. 2. Juni 2012
    Trackback from : Über mich: | Kochzivilisten
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