Doppelte Kapitulation ? !

In den letzten Wochen sind mir zwei Artikel ganz besonders in Erinnerung geblieben:
 
Der Stern schreibt am 02.01.08:  „Die Angst der deutschen Wirtschaft vor Produktpiraten aus China ist groß. Um der Kopiergefahr zu entgehen, wählen immer mehr Unternehmen einen ungewöhnlichen Weg: Sie verzichten auf die Anmeldung von Patenten.“

 

Und silicon.de schreibt am 17.03.08: „Kauf von iPhone-Fälschungen nicht strafbar … Derzeit existiere hierzulande noch kein Gesetz, wonach sich ein Konsument beim Kauf gefälschter Ware strafbar mache …“

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Wenn man sich beide Artikel mal auf der geistig-moralischen Zunge zergehen lässt, dann haben wir es hier ganz offensichtlich mit einer doppelten Kapitulation zu tun. 

Kapitulation vor den bösen aber gewieften Chinesen, die dem Stern zufolge das Abkupfern mittlerweile allein auf Basis der Patentschrift beherrschen.

Und Kapitulation, weil nach mehr Gesetzen geschrien wird, anstatt an die Überlegenheit der eigenen Innovationen zu glauben.

Übrigens nicht nur im  silicon.de-Bericht. Denn als ich im November letzten Jahres die insgesamt gelungene Deutsche Bank-Veranstaltung „Deutschland 2020“ besuchte (siehe Bericht) gab es natürlich auch einen Wermutstropfen. Und der hieß Heiner Geißler.

Schwer zu ertragen waren meines Erachtens nicht nur seine Attac-Plattitüden über die böse Globalisierung im Allgemeinen und die noch viel böseren, weil ständig abkupfernden Chinesen im Besonderen. Wirklich unangenehm wurde es, als ein Mann, der durchaus des Denkens fähig ist (bzw. war), auch noch aufgeregt nach mehr staatlichem Schutz vor internationaler Produkt- bzw. Patentpiraterie rief. Zu meiner großen Verblüffung traf das aber den Nerv der anwesenden Unternehmer-Schar – gute 300 bis 400 Inhaber und Geschäftsführer großer und kleiner Mittelständler aus dem Großraum Düsseldorfer. Denn dem Podiums-Rumpelstilzchen gelang es immer wieder beachtlichen Szenen-Applaus zu kassieren.

Die einzige Gegenwehr kam von einer Dame auf dem Podium, die klipp und klar sagte: Der wirksamste Schutz gegen Patent- und Ideen-Klau sei es, bereits die nächste und übernächste Innovation in der Hinterhand zu haben. Alles andere sei – so meine Erinnerung – lediglich Augenwischerei.

Allein, das wurde kaum wahrgenommen bzw. ging im Befallsgejohle für Herrn Geißlers verquaste Thesen unter. Und zwar nicht etwa von Menschen, die ob ihrer politischen Gesinnung zu Staatsdirigismus neigen, sondern von liberal-konservativen Unternehmern, die mit eigener Initiative respektable Unternehmen aus dem Boden gestampft haben.

  

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