Ist Forschung schon Innovation?

Auf der Innovationsseite des Landes NRW steht: „Mit 64 Hochschulen, 470.000 Studierenden und mehr als 50 außeruniversitären Forschungseinrichtungen besitzt Nordrhein-Westfalen die dichteste Wissenschafts- und Forschungslandschaft in Europa. …” (Link)

In der dazu passenden Broschüre Innovationen für alle – Spitzenforschung in NRW findet man dann auf gepflegten 50 Seiten jede Menge Infos „aus den vier Forschungsdisziplinen Biotechnologie, medizinische Forschung und Medizintechnik, Nano-/Mikrotechnologie und Innovative Werkstoffe sowie Energie- und Umweltforschung” auf die sich die Forschungsförderung des Landes NRW nach eigenen Worten konzentriert.

(Siehe auch Inhaltsverzeichnis, die zwei linken Bilder)


Und „die Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW (zdi) will mit anspruchsvollen Angeboten möglichst viele Schülerinnen und Schüler für ein ingenieur- und naturwissenschaftliches Studium begeistern.”

Abgerundet durch die Verleihung des Innovationspreises am 02. November (werde ich mir anschauen, Bericht folgt) ist all das ohne Zweifel wertvolles Standort-Marketing.

Allein, was mich irritiert ist die synonyme Verwendung der Begriffe „Forschung” und „Innovation”.

Werden aus Forschungsergebnissen nicht erst dann echte Innovationen, wenn mutige Unternehmer daraus Produkte oder Dienstleistungen entwickeln, die unser aller Leben – direkt oder indirekt – besser, leichter, grüner, sicherer, bunter, freier, vernetzter, mobiler, nachhaltiger, gesünder und natürlich einfacher machen?

Neues also, das Menschen, Kunden, Verwendern Geld wert ist – was meines Wissens nach nicht unmittelbares Ziel der Forschung ist. Innovationen, die Unternehmen erlauben, mit dem damit erwirtschafteten Geld echte, nicht subventionierte neue Arbeitsplätze zu schaffen und bestehende zu sichern.

Und falls dem so ist, warum wird unter der großartigen Domain „www.innovation.nrw.de” dann ausschließlich naturwissenschaftliche Forschungen gesponsort, anstatt mindestens in gleichem Maße auch den Schumpeter unter den NRW-Unternehmen zu fördern und zu fordern. Als konzertierte Aktion von Wirtschafts– und Forschungs-Ministerium, um auf diese Weise deutlich zu machen, dass nur Forschung plus Wirtschaft einen Standort wirklich sichern kann.

Oder etwas spitzfindig formuliert: Wieso kann ein Forschungsministerium einen so starken und bitte schön umfassend zu interpretierenden Begriff wie „INNOVATION.NRW” so schmalspurig allein für sich reklamieren?

Bin gespannt auf eure / Ihre Sicht der Dinge.

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