Links 02/10: Heute alles über Tipp-Ex.

Tipp-Ex 1: Don´t shoot the bear.

Oder auch: Wie man ein ausschließlich offline nutzbares Produkt so innovativ online erlebbar macht, dass 2.707.020 Menschen dermaßen viel Spaß daran haben (Stand 06.09.10 so gegen 23:00 Uhr), dass diese bislang über siebentausend Kommentare und Empfehlungen abgegeben haben, welche Wörter man im interaktiven Spot ausprobieren sollte. (Schönen Dank für den Hinweis an die Krawallmaus.)

Meine persönlichen Favoriten sind: cares, watch, play football, shot, nothing und tipp-ex.

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Tipp-Ex 2: Best of Bullshit.

Tabelle Seite 78/79

Warum hat Hans Rudolf Jost seinem Verleger kein Fläschchen Tipp-Ex spendiert, oder zwei oder drei? Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des bescheuerten Titels.

Denn „Best of Bullshit – Worthülsen aus der Teppichetage” passt so gar nicht zum gut recherchierten, hoch informativen und ausgesprochen nett geschriebenen und gesprochenen Büchlein. Was mich annehmen lässt, dass der Titel gar nicht vom Autor selbst, sondern von einer kollektiv an Milchschoki-Vergiftung leidenden Schweizer Verlagsversammlung ausgebrütet wurde. Vermutlich mit dem Hinweis des Vertriebs, dass die Zielgruppe der Top-Manager ja viel kleiner sei als die des gemeinen, unter dem Management leidenden Fußvolks und dass man deshalb einen möglichst platten, leicht klassenkämpferischen Titel Zwecks gewinnmaximierender Ausweitung der  Zielgruppe brauche (Beweisvideo siehe auch Amazon). Mal gut, dass sich der Inhalt wohltuend vom Beidem abhebt – nicht nur beim Thema Innovation (siehe Tabelle rechts oben) sondern unter anderem auch beim Stichwort „Denglish”:

Manch ein Chief Executive Officer castet seine Crew nicht allein durch das Human Ressources Department, sondern holt Support für das Development des Human Capitals bei externen Consultants.

In einem Assessement erfolgt ein Audit über die Personal Soft Skills, die Employability und das Performance Readiness dieser High Potentials. Dazu braucht es vorgängig das o. k. des Purchasing Departments, oft mittels EProcurement, um den Head of Compliance zu pleasen.

Zu den Basics von Leadership gehört by-the-way, dass jedem Proposal ein Short Cut als Management-Summary mit den wichtigsten Bullet-Points gesummarized wird. Anderenfalls ist es schwierig, das Commitment des Boards zu expecten. Dies gilt auch für die Eggheads von Research 44 Deregulierung & Development, die für solche Centralized Shared Processes schwer zu alignen sind. Dies muss in einem Workshop empowered werden, der Feedback zu solchen Events ist selten nur positiv, aber noch in der Critical Mass. Ein Brainstorming mit dem Marketing Department und dem Team von Product Development soll die Feasability von alternativen Fallback-Scenarios challengen. Frame Condition dazu ist optimales Workload-Managment, damit die Work-Life-Balance aktiv gemanaged wird, um Burnout zu vermeiden. Sonst bleibt alles nur ein good Try ohne sustainable Impact, der Kick-out aus der Champions Leage ist ein Must und ein Flop nur ein Mouseclick vom Standalone entfernt. Die Consequence ist: Deadline verpasst und der USP ist gleich zero. Shit happens, Baby, aber dies ist der Highway to Hell für se Tschörmen Längitsch. (Noch mehr? Siehe finews.ch)

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Tipp-Ex 3: Innovatiönchen, die literweise Tipp-Ex gebraucht hätten …

… aber nicht bekommen haben, weil das Prinzip der Korrekturflüssigkeit erst Anfang der 1950er-Jahre von Bette Nesmith Graham erfunden wurde. Und das ist auch gut so, denn sonst hätte Herr Back nichts zu sammeln und der geneigte Betrachter seiner kuriosen Patente nichts zu lachen. Zum Beispiel über:

  • Ein Wurfgerät zum Emporwerfen und Herumschleudern lebender Tiere (siehe Pferd rechts).
  • Die Nutzbarmachung des Körpergewichtes beim Gehen zur Erzeugung von Pressluft durch an Sohlen und Absätzen der Fußbekleidung angebrachte Luftpumpen.
  • Und natürlich jene epochale Innovation, die der Weltöffentlichkeit bislang völlig zu Unrecht vorenthalten wurde und die wohl jeder von uns schon einmal hätte gebrauchen können: „Verfahren und Vorrichtung zur Erleichterung der Selbstentfesselung eines gefesselt am Flugzeuge hängenden Entfesselungskünstlers”.
  1. breakfast

    • Außerdem:

      sex
      wrestling
      grmslbrmft

      (Für den tippex-Spot.)

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