Posts Tagged ‘ Innovationskultur ’

Die grauen Herren sind zurück – und sie sind bunt.


Wer erinnert sich noch an die Zeitdiebe aus Michael Endes Roman Momo? An jene ungeliebten, zigarrenrauchenden, aschgrauen Herren in spinnwebfarbenen Anzügen mit bleigrauen Aktentaschen, die die Menschen dazu bringen wollten, Zeit zu sparen, obwohl man Zeit doch gar nicht (so wie Geld) sparen kann. Nun, an dieser Geschichte aus den frühen Siebzigern stimmt heute so gut wie nichts mehr.

Denn Zeitdiebe, heute zumeist Nichtraucher und somit schwer zu erkennen, sind eloquent und bunt und müssen schon längst nicht mehr indirekt und insgeheim Zeit stehlen. Heute reicht es aus, sich selbst ganz publikumswirksam als Mann oder Frau des Ausgleichs zu positionieren. Weiterlesen

IT-Dienstleister im Innovations-Paradoxon gefangen.


Habe in letzter Zeit zu meinem großen Vergnügen wieder vermehrt mit IT-Dienstleistern zu tun. Zum Beispiel mit großen SAP-Systemhäusern, die sich samt und sonders innovatives Denken auf die Fahnen geschrieben haben und die das Innovation-Board-Projekt deshalb auch für ein prinzipiell  tolles Instrument halten. Zumindest so lange, bis einer der anwesenden Top-Manager die vermeintlich harmlose Frage stellt, auf welche Innovations-Ideen Mitarbeiter denn wohl kommen könnten.

Ab diesem Moment mutiert das bislang so unschuldig wirkende Wörtchen „Innovation“ urplötzlich zu einem schwarzen Loch: Mit einer extrem hartnäckigen Gravitation, einer massiven Realitäts-Krümmung und drei sich gegenseitig verstärkenden Innovations-Paradoxa. Weiterlesen

Liebe Digital Natives: Ja wie denn jetzt?!


Im Beitrag vom 8.9.2010 ging es ja um die Frage, ob Digital Natives innovativer als ihre Chefs sind bzw. mal sein werden. Am nächsten Tag erschien dann die Studie von VZ und IQ Digital, die sich zwar nicht explizit mit dieser Frage beschäftigt, die aber trotzdem vier sehr interessante und sehr widersprüchliche Zahlen bereit hält. Weiterlesen

Liebe Digital Natives, seid ihr innovativer als eure Chefs?


Im Web 2.0 gibt´s jede Menge interessante Sachen. Ganz bequem und ohne danach suchen zu müssen. Denn dank RSS-Feeds von Blogs und Nachrichtenseiten, dank Twitter, Facebook & Co. bekommt man all das ja quasi frei Haus geliefert. Allein in dieser Woche gab´s mal wieder alles vom Entertainment bis zum jobrelevanten Know-how:

Gepflegter Nonsens wie oben zu lesen, Michaels unnachahmliche Schreibe in eigener und manchmal auch in fremder Sache, großartige Werbung bei adgoodness, die immer wieder inspirierenden Planning-Links von Sebastian (der mich übrigens zum Bloggen verleitet hat) und Gunnars steter Einsatz für Netzfreiheit und Servicequalität etc. pp. Und all das – lassen wir RSS-Feeds mal außen vor – mit läppischen 37 Facebook-Freunden und seit neuestem sieben Twitter-Feeds.

Völlig lächerlich im Vergleich zu euch, liebe Digital Natives (alias Generation Y, alias Millennials), die ihr ja ganz entspannt auf Hunderte von Netzwerk-Kumpanen kommt, Share- und Like-Buttons virtuos beherrscht und dank des Social-Web ganz selbstverständlicher Bestandteil eines immensen Ideenpools seid (auch wenn sich der ein oder andere von euch sicherlich schon gefragt hat, wie man eigentlich ins Internet gekommen ist, bevor es Computer gab :-)

Aber macht ihr auch was daraus? Nutzen ihr, die heute Mitte bis Ende 20-Jährigen, die ja in 10 Jahren zum Middle- oder gar Top-Management gehören, das Mitmach-Web? Lest ihr Blogs, um neue Gedanken in Studium und Job einfließen zu lassen, oder glaubt ihr doch eher den konventionellen, „seriösen“ Medien? Nutzt ihr das Mitmach-Web in welcher Form auch immer, um euch von miesen Jobs unabhängig zu machen, um kreativer, mutiger und innovativer zu werden als die nachweislich wenig innovationsbegeisterte Generation X? (siehe hier und hier)

Nun, wenn ich meinem eigenen Überlegungen vom Februar und Mai noch glaube, dann sollte das so sein. Denn in meinen beiden Artikeln zur GenY und GenX für Köhler Kommunikation, Spezialist für Arbeitgebermarken, habt ihr die folgenden, etwas idealisierten Eigenschaften:

  • Ihr seid anspruchsvoller und ungeduldiger als die Generation X bei Kommunikation, Informationsfluss und IT-Ausstattung. Ihr habt dank Mitmach-Web viel mehr Übung, mitzureden oder selber aktiv zu werden und baut so nebenbei und ganz selbstverständlich eure Reputation im Web weiter aus.
  • Im Gegensatz zum networking-abstinenten Teil der Bevölkerung, denen ohne Facebook und Co. schlicht und ergreifend die Anknüpfpunkte gerade zu den weak ties fehlen, nutzt ihr Hunderte von Verbindungen. Keineswegs nur zur gegenseitigen Bespaßung, sondern auch, um berufsrelevante Antworten zu erhalten. Oder um direkt einen neuen, sinnvolleren Jobs zu finden.
  • Denn ihr seid selbstbewusst genug, um nach dem Sinn eures Jobs / dem Sinn dessen, was euer Unternehmen tut zu fragen. Ihr bevorzugt spannende Projektarbeit und Chefs, die durch Kompetenz, anstatt durch hierarchische Autorität führen. Fehlt das, seid ihr nicht nur bereit, sondern ob eurer weitreichende Kontakte und Aktivitäten im Web 2.0 auch in der Lage zu kündigen.
  • Im Gegensatz zur Generation X, die zwar weiß, dass das Versprechen „sicherer Arbeitsplatz” überholt ist, aber trotzdem davon träumt bzw. träumen muss. Mangels Networking und weil das deutsche Middle-Management zu 20 % aus Bewahrern und zu 63 % aus Analytikern besteht (siehe Vortrag „Vergessen Sie Employability“ von Imke Keicher, Trendforum 2009 der Deutsche Telekom AG, Einblendung der Zahlen ab Minute 36). Und damit sind eure Chefs auf kurz oder lang ein Auslaufmodell. Denn zukünftig ist laut Frau Keicher nicht noch mehr Wissen, sondern noch mehr Kreativität gefragt.

Durch die Profiler-Brille betrachtet heisst das also: Ihr hättet das Motiv (Sinnhaftigkeit des Jobs), die Gelegenheit (ständig vernetzt) und die „Tatwaffe“ beziehungsweise das Instrument, nämlich das Web 2.0. Und das auch noch vor dem Hintergrund, dass zukünftig mehr Kreativität als Basis von mehr Innovationen gefragt ist.

Passt also irgendwie.
Aber stimmt´s auch?

Deshalb hier mal die entscheidende Frage an euch, liebe potenzielle Kreativ-Elite:

Entspricht diese idealisierte Sicht der Realität? Habt ihr tatsächlich diesen Anspruch oder zählen ihr eher zur Generation „Null Blog“, wie der Spiegel Anfang August mit spürbarer Erleichterung feststellte? Will ein Großteil von euch gar nicht aktiv an der digitalen Weltgemeinschaft teilhaben, wie der Tagesspiegel auf Basis der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie diagnostizierte?

Oder sind all das die altväterlichen Fragen eines unaufhaltsam auf die 49 zusteuernden Planners, die völlig an eurer Wirklichkeit vorbei gehen? So wie die Frage eines ähnlich „betagten“ Freundes an seinen 16-jährigen Sohnemann. Der stand nämlich neulich in der heimischen Küche und bereitete sich den kleinen Snack zwischendurch zu – bestehend aus einem ordentlichen Stück Fleisch an selbst gemachtem Sößchen nebst eigenfabrizierter Beilage!!!
Auf die wie ich fand nahe liegende Frage meines Kumpels, ob er, der 16-Jährige, denn nicht eventuell Koche werden wolle, erhielt er die knappe Antwort: „Nö. Ich hab Hunger.“

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Projekt INNOVATION-BOARD: Oder wie man Mitarbeiter dazu bringt, ihr Bestes zu geben.


Dass IT-Abteilungen nicht gerade das Image haben, besonders innovativ zu sein – als Gralshüter von Konsistenz, Einheitlichkeit und Standardisierung – ist nichts neues (siehe auch silicon.de). Und wenn das Sparen und Homogenisieren jahrelang offizielle Maxime war, dann kann es ganz schnell sein, dass die IT als ständiger Verhinderer, Profi-Bedenkenträger und Fortschritts-Blockierer gilt.

Kann sein, muss aber nicht!

Jedenfalls dann nicht, wenn man einen CIO hat, der das „Chief” im Titel mehr als ausfüllt. Jemand, der kurzerhand beschließt – noch bevor andere danach fragen – den Spieß umzudrehen und Dank des Ideenreichtums der Mitarbeiter innovativ zu sein. Nicht per Vorstandsdekret an seine weltweit 650 IT-Kollegen und schon gar nicht als Anhängsel zum bestehenden Vorschlagswesen, sondern mit einem „Innovation Board”.

Einem interdisziplinären, fünfköpfigen Team, das systematisch Kreativität und Ideenreichtum der Kollegen erschließen und kontinuierlich Wettbewerbsvorteile aufdeckt – mit seiner unmittelbarer Rückendeckung und damit unabhängig von bestehenden Strukturen und Prozessen. Denn nur mit dieser Freiheit, so die feste Überzeugung des CIOs, sei gewährleistet, dass interne, politische oder gelernte Filter umgangen und dauerhaft echte Innovations-Power freigesetzt wird. Vorausgesetzt natürlich, dass die fünf Innovation Board-Mitglieder als ausgebildete Möglichmacher und Konzeptentwickler ideengebende Kollegen aktiv darin unterstützen, aus latenten Ansätzen inspirierende Innovationskonzepte zu entwickeln. Zukunftskonzepte aus der eigenen Belegschaft, die zu Neuem inspirieren und die regelmäßig vom Innovation Board bewertet werden: Unter dem Gesichtspunkt des Möglichmachens und mit dem klaren Ziel, dem Top-Management jährlich drei bis fünf potenzielle Wettbewerbsvorteile zu präsentieren.

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Zu schön, um wahr zu sein?

Keineswegs, denn all das ist genau so im März diesen Jahres im schönen Nordhessen passiert. Im Auftrag des Senior Vice President CIO eines großen Unternehmens für sein IT-Department mit weltweite über 600 Mitarbeitern.

Zum Projekt-PDF

Konkret wurden aus allen Bereichen der IT-Abteilung fünf freie Querdenker aus dem mittleren Management ausgewählt, die sich weniger dem Dienstweg und dafür um so mehr der Idee des Möglichmachens verpflichtet fühlen. Erfahrene Mitarbeiter, die dem CIO durch interdisziplinäres Denken, ungewöhnliche Lösungen, Spaß am Neuen und durch einem gewissen Maß an Unabhängigkeit positiv aufgefallen waren. Und die anfänglich nicht den leisesten Schimmer hatten, was da auf sie zu kommt ;-)

Klar war den Fünfen nach der extra einberufenen Videokonferenz mit ihrem Oberboss nämlich nur: Wir sind etwas Besonderes und das macht Arbeit. Was ein Innovation Board-Mitglied wissen und können muss, welche konkrete Aufgabe das Team hat und welche ungewöhnliche Unterstützung das Board zukünftig erhalten sollte, um diese Aufgabe glaubwürdig erfüllen zu können, war komplett geheim.

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Und wer hat´s gemacht?

Als Entwickler des Seminars sowie als Innovationsberater Christian Buchholz und meine Wenigkeit und als gewohnt grandioses Kreativteam Michael Frey und Klaus Backwinkel:

  • Mit einem zweitägigen Seminar, bei dem wir das internationale Team zu begeisterten und begeisternden Möglichmachern entwickelt haben. Zu gefragten Querdenkern und persönlichen Mentoren, die über das bloße Bewerten von Innovationsansätzen hinaus Kollegen aktiv darin unterstützen, faszinierende Innovationskonzepte zu formulieren. (Projekt-PDF)
  • Und mit einer verblüffenden und aktivierenden Ideengenerierungs-Kampagne, die intern für Glaubwürdigkeit sorgt und die das Innovation Board kontinuierlich darin unterstützt, Hemmschwellen abzubauen und Kollegen zu neuen, immer besseren Ideen zu motivieren.

Kurzum: Wir haben mit jeder Menge Erfolgserlebnissen für alle Beteiligten eine ganz neue Innovations-Instanz trainiert und intern etabliert – und das binnen weniger Wochen. Nicht zuletzt, weil wir einen mutig handelnden Top-Entscheider als Auftraggeber hatten. Weil sich die fünf Innovation Board-Mitglieder als echte Möglichmacher-Talente erwiesen haben. Und natürlich, weil man auf Unternehmensseite den engen Zusammenhang zwischen Marketing und Innovationen früher als andere erkannt hat.

Dass all das auch noch viel Spaß gemacht hat, zeigen die folgenden Impressionen vom Event-Cooking beim fliegenden Headquarter in Kassel.
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Links 01/10: Heute alles über Luft – gepresste, dünne und heiße.


1. Luftpumpen-Espresso

Handpresso

Zugegeben: Begriffe wie etwa „wandern“, „skifahren“ oder gar  „spazierengehen“ verursachen bei mir eher Unbehagen denn Vorfreude auf Freiheit und Abenteuer. Doch für den unwahrscheinlichen aber nie auszuschließenden Fall eines durch Fremdeinwirkung (stumpfer Gegenstand oder so) verursachten Sinneswandels habe ich mir vorgenommen, auf jeden Fall dieses 476 Gramm schwere Espressomaschinchen nebst 50 ml heißem Wasser mitzunehmen. Denn wenn schon outdoor, dann doch bitte schön stilvoll mit 16 Bar auf der Pumpe und gediegenem Crema in der Tasse.

Ob man mit dem Teil auch Luftmatratzen aufpusten kann, steht da nicht. Weiterlesen

„Geben Sie Querdenkern eine Chance. Lassen Sie Störer zu!”


Vorab zur Einstimmung drei interessante Fakten:

1.   Der Bundesverband der Deutschen Industrie bescheinigt uns allen im Innovationsindikator 2009: „Die Deutschen scheuen das Risiko. In keinem anderen Land schreckt die Möglichkeit zu scheitern so viele Menschen von einer Unternehmensgründung ab wie in Deutschland.”
Und die Gesamtbewertung des gesellschaftlichen Innovationsklimas – die umfasst natürlich auch das Management deutscher Unternehmen – sieht auch nicht viel besser aus.

unternehmerisches Risiko (S. 38)

gesellschaftliches Innovationsklima (S. 37)

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Endlich ohne Formular-Firlefanz: Die Innovations-Studie zum freien Download.


Wer bislang meine schon etwas ältere Studie „Deutschland, ein Land der Innovatoren?” lesen wollte, um mehr über das Hin- und Herschieben von Innovationsverantwortung und die sieben Gründe dafür zu erfahren, musste extra ein Formular ausfüllen – wenn auch nur ein sehr kleines ;-)

Diesen Unsinn habe ich jetzt endlich mal abgeschafft.
Interview und Studien-PDF gibt´s ab heute mit einem einzigen Klick auf die zwei Bilder.

brand eins-Interview

PDF der Studie

Kommentare und Fragen sind auch heute noch gerne gesehen.

Links 02/08


18.03.2008, PC Welt:   Innovation ohne Ziele

Eine Untersuchung der Unternehmensziele in Deutschland, Österreich und der Schweiz ergab, dass zwei Drittel der Betriebe nur wage Vorstellungen haben, wie ihr Wachstum angekurbelt werden kann und Innovationen von morgen aussehen sollen.

 

04.04.2008, ftd:   Vorsicht, neue Praktikanten!

Eine nette Typologie, bei der ich mich an diversen Stellen gefragt habe, weshalb die eigentlich nur für Praktikanten gilt :-))

 

03.04.08, webeblogger:   Anleitung zum Wieseldasein

Klasse Blogbeitrag von Patrick Breitenbach, der sich mit der spannenden Frage beschäftigt, wie hartnäckig man als Berater beraten darf bzw. soll und ab wann berechtigtes Besser-Wissen zur unangenehmen Klugscheißerei wird, ergo Reaktanz beim Kunden weckt – auch wenn man genau wegen dieses Experten-Know-hows engagiert wurde.

Besonders „tröstlich“ fand ich auch die Kommentare, die einem das angenehme Gefühl geben, nicht alleine dazustehen ;-))

 

04/2007, Lischke Consulting:    cases II 2007

Sehr gut geschriebenes Special zum Thema „Innovationskultur“ unter anderem mit folgenden Beiträgen:

  • Querdenker haben die besten Karten
  • Innovation braucht Freiheit
  • Artenschutz für Innovationsprozesse
  • Die Inspektion des Misserfolgs

 

11.01.2008, Armin Karge:   Web 2.0 verständlich erklärt

Wer eine kurze und kurzweiligen Erklärung von Begriffe wie etwa „Weblogs“, „ RSS“ oder „social networking“ sucht, wird hier fündig. Wirklich nett gemacht!

Wer daraufhin Lust hat, noch tiefer in das Thema einzusteigen, der wird hier fündig:

 

08.04.2008:   Web 2.0 – Der Film

Hier erfährt man in 35 Minuten eine ganze Menge über das Selbstverständnis von Web-2.0-Machern, über barcamps, über das, was Blogger über sich und das Bloggen sagen, über Web 2.0-Unternehmensgründungen und Investoren, über Tim O´ Reilly, dem „Erfinder“ des Begriffs „web 2.0“ über user generated contents, über „unsichtbare PCs“, über die Probleme des „semantischen Webs“, über  … 

Kurzum: man erfährt eine ganze Menge über ein sehr kontroverses Zukunftsthema – also eine Spielwiese für Innovationen (und darum geht es schließlich in diesem Blog ;-))

siehe auch (Links 01/08)

Deutschland, ein Land der Innovatoren?


Deutschland, ein Land der Innovatoren? Diese Frage beantwortet die gleichnamige Untersuchung, die ich von März bis Oktober 2007 bei insgesamt 208 Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in NRW durchgeführt habe – teilweise mit verblüffenden Ergebnissen.

So fühlen sich z. B. nur 29 % aller befragten Geschäftsleitungen (Vorstände oder Geschäftsführer sowie Leiter der Konzernentwicklung) selbst für das Thema Innovationen bzw. Innovations-Management zuständig. 25 % delegieren das Thema an die Marketingabteilung, von denen sich wiederum 33 % wünschen, Innovationen wären mehr Sache der Geschäftsleitung und weitere 33 % angeben, vor lauter Arbeit keine Zeit für (noch mehr) Innovationen zu haben.

Und fast jeder fünfte Vorstand / Geschäftsführer bzw. Leiter Konzernentwicklung sieht das Thema am liebsten in der HR-Abteilung – deren Top-Manager allerdings nur in 4 % aller Fälle der Auffassung sind, dass Innovations-Management überhaupt ein Geschäftsleitungsthema sei.

screenshot_1_studie.png

Zu quantifizieren war aber nur ein Ziel. Besonders spannend war es natürlich, die versteckten Hürden in den Köpfen der Manager zu ergründen. Interessiert haben mich vor allem die Insights, die erklären, warum immer die Anderen zuständig sind und welche psychologischen Barrieren der Lust am Neuen und der aktiven Übernahme von Innovations-Verantwortung tatsächlich im Wege stehen. Ideenmangel oder gar Faulheit gehören übrigens nicht dazu.

Kurzum: die Untersuchung liefert erstmals plausible Antworten, warum (laut brand eins 5/2007) der Anteil der kommerziell erfolgreichen Neuproduktideen in deutschen Firmen nur bei 6 % liegt.

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Hier geht´s direkt zum freien Download der Studie: https://moeglichmacher.wordpress.com/2010/06/15/studie_frei/

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