2011 in review

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 5.200 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Frohes Fest!

Dieses Jahr reicht’s nur für einen weihnachtlichen Kurzbeitrag — zudem noch mit WordPress auf dem iPhone getippt. Aber sei’s drum. Wird schon irgendwie lesbar sein und trotzdem Spaß machen.

Falls es an Schnee mangelt: Ogilvy White Xmas-App

Oder so:

Falls es am richtigen Grove mangelt:

Falls es am nötigen Surf mangelt.
Hier zum selber Basteln.

Frohe Weihnachten an alle. Freue mich sehr, euch im Januar wieder zu sehen.

A. F.

20111220-191900.jpg

Einen hab ich noch: http://www.youtube.com/watch?v=FV_BGqgbxdc&feature=youtube_gdata_player

Links 02/11: Heute alles über Gedöns

Es ist ja nichts Neues, dass Innovationen hin und wieder daran scheitern, dass sie mit alten Messstäben bemessen werden – um eigene Pfründe zu sichern, aus schlechter Erfahrung oder einfach nur mangels Phantasie. Neu hingegen war mir, dass genau wegen eines solchen Mangels an Vorstellungsvermögen Alexander Graham Bell als Erfinder des Telefons gilt und nicht der Deutsche Philipp Reis, der sowohl das Gerät als auch das Wort „Telephon“ erfunden hat. 14 Jährchen früher als Herr Bell und wunderbar bei einestages nachzulesen. Die Begründung der seinerzeit urteilenden Wissenschaftler: Nette, aber ziemlich unnütze Spielerei. Mit anderen Worten Gedöns, womit wir beim Thema der heutigen (halbjährlichen wäre bei meiner Blogfrequenz wohl treffender) Linksammlung wären.

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1. SIRI-TV?

Als vor wenigen Wochen anstatt eines grundlegend neuen iPhone 5 „bloß“ ein iPhone 4s auf den Markt kam, war die Enttäuschung groß – zumindest bei der Höher-Weiter-Schneller-Fraktion. Denn der fehlte ein neue Design, ein größeres Display, ein Prozessor der nicht doppelt, sondern möglichst dreimal so schnell ist und natürlich die seit Jahren geforderte, voll integrierte Nasenhaartrimmer- und Espresso-App. Nachdem diese „kritischen“ Stimmen ob der rasanten Vorbestellungen der Apple-Kundschaft ein wenig an Gehör verloren, tauchten kurz darauf die ersten Siri-Sprüche auf. Besonders nette Antworten, welche die neue, im iPhone integrierte Sprachsoftware „Siri“ auf Fragen der iPhone-Besitzer gibt – nicht als auswendig gelernte Steuerbefehle, sondern als frei gesprochener Klartext. Zusätzlich zur Siri-Software mehren sich dieser Tage erneut die Gerüchte, dass Apple ein eigenes TV-Gerät auf den Markt bringt – vielleicht mit Sprachsteuerung aber hoffentlich nicht so.

Über beides, Apple-TV und Siri, wird zur Zeit eher aus der Gadget- bzw. Gedöns-Perspektive berichtet. Deshalb hier einmal die durchaus ernst gemeinte Frage: Was wäre denn, wenn Apple es tatsächlich schafft, Fernsehen (klassisch plus Internet, versteht sich) ganz intuitiv per Sprache steuerbar zu machen? Nun, dann hätte Apple einfach mal eben die Tastatur abgeschafft. Nicht etwa über all die Spezialisten, die Innovationen immer noch nach Taktfrequenz und Arbeitsspeicher zu messen versuchen, sondern über die viel größere Gruppe derer, die Technik nur dann interessiert, wenn sie hilft oder Spaß bereitet.  Also z. B. über Millionen von Fernseh-Nutzern.

Unwahrscheinlich? Glaube ich nicht, wenn man bedenkt, was Apple in den letzten paar Jahren schon alles im Sinne ultimativer Einfachheit abgeschafft hat:

  • Mit dem iPhone endete die fremdbestimmte „Benutzerführung“ (dazu ebenfalls TheEuropean)
  • Mit dem Mac App Store wurde die DVD als Datenträger obsolet – sogar für´s komplette Betriebssystem.
  • iTunes ersetzt Musik- und Video-DVDs. Und zwar so gründlich, dass wir privat seit fast zwei Jahren keinen DVD-Player mehr haben und brauchen.
  • Und die neue iCloud macht iTunes als zentrales Sammel- und Synchronisations-Tool für Musik, Apps und Bücher, Filme, TV-Serien, Spiele und sogar für Vorlesungs-Skripte Schritt für Schritt überflüssig.

Da traue ich Apple ohne weiteres die nächste Revolution zu: Die umfassende Sprachsteuerung von Computern bzw. Programmen. Nicht über die professionell leidensfähigen Administratoren von Business-Applications, sondern über die viel kritischere, viel ungeduldigere Mehrheit von Couchgarnitur- und Fernsehsessel-Besitzer.

In diesem Zusammenhang ganz lustig zu lesen: Meine kleine Analyse für Apple Deutschland vom 14.07.2004 (ja, zweitausendvier) und im Vergleich dazu ein aktueller silicon.de-Artikel zum Thema Mac-Diskriminierung.

(Und auch interessant: allfacebook.de | Wusstest du schon … Siri aktualisiert die eigene Facebook Page )

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2. paper.li

Für Digital Visitors, also für Menschen, denen die eher passive Nutzung des Web 1.0 völlig ausreicht, ist Xing oder LinkedIn häufig das Maximum an „Social-Media“-Engagement. Facebook und Google+ bereiten als zusätzlich zu pflegende Kommunikationskanäle bloß Mühe und hinsichtlich der Privatsphäre latentes Unbehagen. Und dieses Twitter-Gedöns ist ja sowieso nur was für Selbstdarsteller, die der Welt mit 140 Zeichen mitteilen wollen, was sie sich gerade auf´s Brötchen schmieren.

Letzteres entsprach durchaus auch mal meiner Vorstellung und war somit an Ignoranz kaum zu überbieten. Twitter als Nachrichtendienst zu begreifen und zu schätzen hat aber nicht unbedingt twitter selbst geschafft, sondern mehr noch paper.li. Meine tägliche Zeitung, die sich ganz automatisch aus all den Twitter-Quellen speist, denen ich folge. Kein Google-Algorithmus, sondern Menschen, deren Links und Meinungen mich informieren und inspirieren. Nicht als statisch-mathematischer Nachrichtenstrom, sondern als subjektive, häufig mit Leidenschaft für´s Thema getragene Info-Empfehlung – täglich genau dann, wenn ich so etwas lesen möchte.

3. Fruitwash, Carabiner Key und Thermo-Pappe …

… und  noch mehr geniales Gedöns unter Amron Experimental.

Ideen, zu denen Artur Fischer vielleicht gesagt hätte „ … Wenn ich hier im Unternehmen etwas anbiete, heißt es oft: da müssen wir erst Marktforschung betreiben. Ich sage: Womit denn? Das, was ich jetzt in der Hand habe, das haben Sie doch gar nicht. Wenn ich mich auf die Wiese stelle und sage: Hallo, lieber Markt, was brauchst du denn – der sagt mir gar nichts. Ich muss dem Markt etwas anbieten und dann entscheidet der Markt, ob es richtig ist oder falsch.. …“ Artur Fischer (über 1.000 Patente u. a. für die Fischerdübel) im Interview mit der Technology Review 11/2007

   

Hot ZR – Zwetschgen-Relish


Falls noch jemand ein fixes Rezept sucht, um dem momentanen Überangebot an Zwetschgen ein angemessen kulinarisches Ende zu bereiten, ohne in der üblichen Marmeladen-, Mus- oder Kuchenecke zu landen, empfiehlt sich vielleicht das franksche „ZR”. Ein fruchtig würziges Zwetschgen-Relish, das mit seiner feinen Schärfe gleichwohl zu einem reifen Käse, zur herzhaft gegrillten Hähnchenkeule oder zum zart-rosa gegarten Lammkarree passt. Weiterlesen

Innovationsmanager: Alles nur verkappte Ruhigstellungsbeauftragte?

Dass die Wirtschaft wirklich boomt merkt man nicht zuletzt daran, dass IT, Marketing und Innovationsmanagement wieder mit anständigen Budgets bedacht werden. Beim Thema Innovation scheinen die 2011er Etats sogar so opulent ausgefallen zu sein, dass Innovationsmanager allerorts, so mein subjektiver Eindruck, wie Pilze aus dem feuchten Waldboden schießen.

Aus Studie „Deutschland, ein Land der Innovatoren?”, Caption Seite 2

Eigentlich gut so, sollte man meinen. Denn schließlich sorgen Innovationsmanager ja im Zusammenspiel mit vielen anderen Unternehmensbereichen für Produkte und Services, die vom Kunden nicht einfach nur als neu empfunden werden, sondern die echte, nachhaltige Anbieterpräferenz beim Kunden erzeugen. Genau darum geht´s ja beim Innovieren – in Abgrenzung zu Wissenschaft und Forschung auf der einen und KVP und „betrüblichem” Vorschlagswesen auf der anderen Seite. Aber ist das wirklich so?

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Links 01/2011: Heute alles über Zukunft.


„Zukunft ist nicht mehr selbstverständlich. Sie muss wie der Friede gewonnen werden.“

Das ist die Quintessenz einer bemerkenswerten Dokumentation über das Jahr 2000 – und zwar so, wie sich namhafte Experten das 1967 vorgestellt haben. Kein Raumschiff Orion-Firlefanz (höre) aber dafür so spießig und spannend, so schwarz-weiß und bildstark, so altmodisch und progressiv, so naiv und blitzgescheit zugleich, dass ich mit dem Zuschauen nicht aufhören konnte. 48 Minuten mitten an einem ziemlich arbeitsreichen Tag (schönen dank auch an Living the future ;-)

Und damit sich jetzt keiner diesen feinen Film des kürzlich verstorbenen Rüdiger Proske wegen eines läppischen Stündchens Zeitaufwand versagt, findet ihr unter dem Video fein und artig die wesentlichen Highlights. Einfach mittels der Zeitangaben mit dem Regler unter´m Video direkt zum Themen springen – so ihr eine ruhige Hand habt.

Zum kritischen Vergleich gibt´s anschließend noch eine brandaktuelle Mobilitäts-Prognose vom Trendbüro für das Jahr 2030 sowie das nette Filmchen „Il était une fois… les technologies du passé” bei dem sich kanadische Grundschulkinder eine Floppy Disk und andere, längst verflossene HighTech-Gerätschaften zu erklären versuchen ;-)

Ach ja, noch ein kleiner Hinweis für die Jüngeren unter uns: 1967 gab es noch keine Werbe-Unterbrecher. Ihr müsst also selbsttätig durch das Drücken der Stopptaste für die nötige Pinkelpause sorgen. So ist das eben mit dem Fortschritt.

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00:57 … Die Ausgangslage: Atomzeitalter, Zeitalter der Kybernetik, der Raumfahrt, der Biologie. Rasantes Entwicklungstempo. Zentrale und absolut zeitgemäße Frage: Wohin soll das noch führen?
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02:30 … Impressionen über das, was 1967 als HighTech und als Zeichen des niemals endenden Fortschritts galt: Verkehrsflugzeuge, Autos auf Autobahnen, Spiegelreflexkameras für Jedermann, preiswerte Taschenbücher, Neonreklame, öffentliche Münzfernsprecher, Tonbandgerät und Schallplattenspieler, Fernseher, Nylonstrümpfe, Staubsauger, elektrisches Bügeleisen, Elektrorasierer, Föhn, Küchenmixer, Kühlschrank, Gefriertruhe, Mangelautomat, Waschmaschine, Vielfalt an Waschmitteln, IBM-Lochkarten.
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13 vollgepackte 747 (Da geht noch was!)

Das ist doch mal ein netter Service von WordPress: „Your 2010 year in blogging”.

The stats helper monkeys at WordPress.com mulled over how this blog did in 2010, and here’s a high level summary of its overall blog health:

Healthy blog!

The Blog-Health-o-Meter™ reads Fresher than ever.

Crunchy numbers

Featured image

A Boeing 747-400 passenger jet can hold 416 passengers. This blog was viewed about 5,200 times in 2010. That’s about 13 full 747s. Weiterlesen

Ich krümele, also bin ich.

Kekse kann man kaufen. Muss man aber nicht. Auch nicht, wenn man gar nicht backen kann, wenig bis gar keine Zeit hat, den Vergleich mit Tante Agathes oberschlesischen Traditionsbackwaren scheut oder das Fabrizieren von Feingebäck prinzipiell für schwul hält.

Den letzten Vorbehalt kann man problemlos mit dem Einsatz von schwerem Küchengerät aushebeln. Schließlich wurde das Rezept von mir auf absolute Maschinentauglichkeit hin optimiert. Den Wettbewerb mit der familieninternen Oberspezialistin für Süßkram aller Art braucht niemand zu fürchten, denn Spritzgebäck a la Frank ist ebenfalls ein bewährter Familienklassiker. Und natürlich das aller Wichtigste: Das Rezept funktioniert (PUNKT) Weiterlesen

Braucht man einen Chief SERVICE Officer ?

Chief Officer gibt´s für alles möglich. Neben den bekannten CEOs, CIOs und COOs findet man auch noch den CBO, CLO oder CVO. Bloß eben keinen Chief SERVICE Officer, also ein Vorstand für Kundenservice.

CAO | CBO | CCO | CDO | CEO | CFO | CHRO | CIO | CISO | CKO | CLO | CMAO | CMO | CNO | COO | CPO | CQO | CRO | CSO | CTO | CVO

Schade eigentlich, wenn man bedenkt wie lustvoll über schlechten Service und Support getratscht wird und wie gerne jeder seine persönliche Service-Horrorstory zum Besten gibt. Nicht wie früher im kleinen Kreis am Tresen, sondern blöderweise auf breitester Basis im Social Web, wie die Deutsche Bahn unlängst gemerkt hat und wie die neue Studie „The Reset Generation” auf Seite 16 bestätigt: „…If their needs aren’t met, a brand’s deficiencies will travel quickly across the globe by this connected generation, who we know are eager to share both their positive (82%) and negative (75%) experiences.” Weiterlesen

Links 03/10: Heute alles über LECKER.

Kochen und Innovationen können ja durchaus die ein oder andere Gemeinsamkeit haben, wie ich schon zu Cook & Coach®-Zeiten propagiert habe. Beim einen wie beim anderen sollten (Management-)Tugenden wie Kreativität und Können, Organisationstalent und Spontanität, Entscheidungsfreude und Inspiration, Schnelligkeit und Nervenstärke dafür sorgen, dass aus faden Allerweltsprodukten etwas wird, das Menschen lieben. Beim Kochen [Rezept] wie beim Innovieren zeigt sich, dass man auch das vermeintlich Bekannte immer noch etwas besser machen kann. Und beides liefert Erfolgserlebnis, hervorgerufen durch die glücklichen Gesichter seiner Gäste / Kunden – so es denn gelingt.

Deshalb geht´s heute um meine drei Lieblings-Kochblogs, die teilweise sogar täglich unter Beweis stellen, wie viel man noch besser und leckerer machen kann. Weiterlesen

IT-Dienstleister im Innovations-Paradoxon gefangen.

Habe in letzter Zeit zu meinem großen Vergnügen wieder vermehrt mit IT-Dienstleistern zu tun. Zum Beispiel mit großen SAP-Systemhäusern, die sich samt und sonders innovatives Denken auf die Fahnen geschrieben haben und die das Innovation-Board-Projekt deshalb auch für ein prinzipiell  tolles Instrument halten. Zumindest so lange, bis einer der anwesenden Top-Manager die vermeintlich harmlose Frage stellt, auf welche Innovations-Ideen Mitarbeiter denn wohl kommen könnten.

Ab diesem Moment mutiert das bislang so unschuldig wirkende Wörtchen „Innovation“ urplötzlich zu einem schwarzen Loch: Mit einer extrem hartnäckigen Gravitation, einer massiven Realitäts-Krümmung und drei sich gegenseitig verstärkenden Innovations-Paradoxa. Weiterlesen

Face to face mit der Innovation.

Dienstag las ich bei Xing die folgende Statusmeldung eines bis dato eher entfernten Geschäftskontakts: „Wer kann FaceTime – will das gerne mal probieren“. Meine Antwort lautete „ich“ gefolgt von der Nummer meines iPhones.
Mittwoch morgen um 9:08 Uhr – das ist jetzt nicht gestrunzt, da arbeiten Werber schon – erhielt ich dann den eher unerwarteten Video-Anuf. Und nach 3 bis 4 Sekunden schwarzem Bildschirm tauchte auch tatsächlich das kristallklare und ruckelfreie Konterfei meines Gesprächspartners auf meinem iPhone auf.

Aber wie fühlt sich ein solches FaceTime-Telefonat denn nun an – mit einem fast fremden Geschäftskontakt, mit durchweg bescheidenen Erfahrungen bei der Videofonie via Skype und natürlich völlig unvorbereitet im schlampigen T-Shirt? Weiterlesen

Liebe Digital Natives: Ja wie denn jetzt?!

Im Beitrag vom 8.9.2010 ging es ja um die Frage, ob Digital Natives innovativer als ihre Chefs sind bzw. mal sein werden. Am nächsten Tag erschien dann die Studie von VZ und IQ Digital, die sich zwar nicht explizit mit dieser Frage beschäftigt, die aber trotzdem vier sehr interessante und sehr widersprüchliche Zahlen bereit hält. Weiterlesen

Liebe Digital Natives, seid ihr innovativer als eure Chefs?

Im Web 2.0 gibt´s jede Menge interessante Sachen. Ganz bequem und ohne danach suchen zu müssen. Denn dank RSS-Feeds von Blogs und Nachrichtenseiten, dank Twitter, Facebook & Co. bekommt man all das ja quasi frei Haus geliefert. Allein in dieser Woche gab´s mal wieder alles vom Entertainment bis zum jobrelevanten Know-how:

Gepflegter Nonsens wie oben zu lesen, Michaels unnachahmliche Schreibe in eigener und manchmal auch in fremder Sache, großartige Werbung bei adgoodness, die immer wieder inspirierenden Planning-Links von Sebastian (der mich übrigens zum Bloggen verleitet hat) und Gunnars steter Einsatz für Netzfreiheit und Servicequalität etc. pp. Und all das – lassen wir RSS-Feeds mal außen vor – mit läppischen 37 Facebook-Freunden und seit neuestem sieben Twitter-Feeds.

Völlig lächerlich im Vergleich zu euch, liebe Digital Natives (alias Generation Y, alias Millennials), die ihr ja ganz entspannt auf Hunderte von Netzwerk-Kumpanen kommt, Share- und Like-Buttons virtuos beherrscht und dank des Social-Web ganz selbstverständlicher Bestandteil eines immensen Ideenpools seid (auch wenn sich der ein oder andere von euch sicherlich schon gefragt hat, wie man eigentlich ins Internet gekommen ist, bevor es Computer gab :-)

Aber macht ihr auch was daraus? Nutzen ihr, die heute Mitte bis Ende 20-Jährigen, die ja in 10 Jahren zum Middle- oder gar Top-Management gehören, das Mitmach-Web? Lest ihr Blogs, um neue Gedanken in Studium und Job einfließen zu lassen, oder glaubt ihr doch eher den konventionellen, „seriösen“ Medien? Nutzt ihr das Mitmach-Web in welcher Form auch immer, um euch von miesen Jobs unabhängig zu machen, um kreativer, mutiger und innovativer zu werden als die nachweislich wenig innovationsbegeisterte Generation X? (siehe hier und hier)

Nun, wenn ich meinem eigenen Überlegungen vom Februar und Mai noch glaube, dann sollte das so sein. Denn in meinen beiden Artikeln zur GenY und GenX für Köhler Kommunikation, Spezialist für Arbeitgebermarken, habt ihr die folgenden, etwas idealisierten Eigenschaften:

  • Ihr seid anspruchsvoller und ungeduldiger als die Generation X bei Kommunikation, Informationsfluss und IT-Ausstattung. Ihr habt dank Mitmach-Web viel mehr Übung, mitzureden oder selber aktiv zu werden und baut so nebenbei und ganz selbstverständlich eure Reputation im Web weiter aus.
  • Im Gegensatz zum networking-abstinenten Teil der Bevölkerung, denen ohne Facebook und Co. schlicht und ergreifend die Anknüpfpunkte gerade zu den weak ties fehlen, nutzt ihr Hunderte von Verbindungen. Keineswegs nur zur gegenseitigen Bespaßung, sondern auch, um berufsrelevante Antworten zu erhalten. Oder um direkt einen neuen, sinnvolleren Jobs zu finden.
  • Denn ihr seid selbstbewusst genug, um nach dem Sinn eures Jobs / dem Sinn dessen, was euer Unternehmen tut zu fragen. Ihr bevorzugt spannende Projektarbeit und Chefs, die durch Kompetenz, anstatt durch hierarchische Autorität führen. Fehlt das, seid ihr nicht nur bereit, sondern ob eurer weitreichende Kontakte und Aktivitäten im Web 2.0 auch in der Lage zu kündigen.
  • Im Gegensatz zur Generation X, die zwar weiß, dass das Versprechen „sicherer Arbeitsplatz” überholt ist, aber trotzdem davon träumt bzw. träumen muss. Mangels Networking und weil das deutsche Middle-Management zu 20 % aus Bewahrern und zu 63 % aus Analytikern besteht (siehe Vortrag „Vergessen Sie Employability“ von Imke Keicher, Trendforum 2009 der Deutsche Telekom AG, Einblendung der Zahlen ab Minute 36). Und damit sind eure Chefs auf kurz oder lang ein Auslaufmodell. Denn zukünftig ist laut Frau Keicher nicht noch mehr Wissen, sondern noch mehr Kreativität gefragt.

Durch die Profiler-Brille betrachtet heisst das also: Ihr hättet das Motiv (Sinnhaftigkeit des Jobs), die Gelegenheit (ständig vernetzt) und die „Tatwaffe“ beziehungsweise das Instrument, nämlich das Web 2.0. Und das auch noch vor dem Hintergrund, dass zukünftig mehr Kreativität als Basis von mehr Innovationen gefragt ist.

Passt also irgendwie.
Aber stimmt´s auch?

Deshalb hier mal die entscheidende Frage an euch, liebe potenzielle Kreativ-Elite:

Entspricht diese idealisierte Sicht der Realität? Habt ihr tatsächlich diesen Anspruch oder zählen ihr eher zur Generation „Null Blog“, wie der Spiegel Anfang August mit spürbarer Erleichterung feststellte? Will ein Großteil von euch gar nicht aktiv an der digitalen Weltgemeinschaft teilhaben, wie der Tagesspiegel auf Basis der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie diagnostizierte?

Oder sind all das die altväterlichen Fragen eines unaufhaltsam auf die 49 zusteuernden Planners, die völlig an eurer Wirklichkeit vorbei gehen? So wie die Frage eines ähnlich „betagten“ Freundes an seinen 16-jährigen Sohnemann. Der stand nämlich neulich in der heimischen Küche und bereitete sich den kleinen Snack zwischendurch zu – bestehend aus einem ordentlichen Stück Fleisch an selbst gemachtem Sößchen nebst eigenfabrizierter Beilage!!!
Auf die wie ich fand nahe liegende Frage meines Kumpels, ob er, der 16-Jährige, denn nicht eventuell Koche werden wolle, erhielt er die knappe Antwort: „Nö. Ich hab Hunger.“

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Links 02/10: Heute alles über Tipp-Ex.

Tipp-Ex 1: Don´t shoot the bear.

Oder auch: Wie man ein ausschließlich offline nutzbares Produkt so innovativ online erlebbar macht, dass 2.707.020 Menschen dermaßen viel Spaß daran haben (Stand 06.09.10 so gegen 23:00 Uhr), dass diese bislang über siebentausend Kommentare und Empfehlungen abgegeben haben, welche Wörter man im interaktiven Spot ausprobieren sollte. (Schönen Dank für den Hinweis an die Krawallmaus.)

Meine persönlichen Favoriten sind: cares, watch, play football, shot, nothing und tipp-ex.

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Tipp-Ex 2: Best of Bullshit. Weiterlesen

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